Buch binden mit einer Klebebindung

Möchte man industriell und möglichst günstig ein Buch binden, eignet sich die Klebebindung besonders gut. Möchte man jedoch lieber einen Kunstband oder ein edles, ausgefallenes Buch, sollte man eher auf klassische Bindetechniken zurückgreifen.

Unter dem Begriff der Buchbindung verstehen viele ein komplexes Handwerk, das viele Fähigkeiten erfordert. Das ist zwar nach wie vor der Fall, doch inzwischen ist dieses Handwerk einer maschinellen Verarbeitung gewichen. Damit Bücher in großen Mengen produziert werden können, ist die Fadenbindung der Klebebindung, die erst um 20. Jahrhundert von Emil Lumbeck entwickelt wurde, gewichen.

Einerseits gibt es die Kaltklebetechnik, die den Weg für das Taschenbuch ebnete, bei der ein spezieller, sehr dauerhafter Leim auf das Papier aufgetragen wird. Beim Trocknen werden chemische Prozesse in Gang gesetzt, die die Papierbögen trotz des kalten Verklebens sehr fest aneinanderkleben.

Bei der Heißklebetechnik, die häufiger in der Industrie verwendet wird, werden Hotmelt-Klebstoffe, die bei Raumtemperatur wieder fest werden, aufgeschmolzen und auf dem Buchrücken aufgebracht, bis sie wieder fest sind. Da dieser Klebstoff, ebenso wenig wie Kaltleim, nicht temperaturresistent sind und entweder erneut schmelzen oder brechen können, werden bei der Fertigung von Büchern vermehrt Polyurethan-Schmelzklebstoffe eingesetzt. Sie werden ebenfalls heiß verarbeitet, nehmen aber die Feuchtigkeit aus der Luft auf und werden so zu nicht wiederauflösbaren Stoffen.

Buch binden mit Klebebindung: Vor- und Nachteile

Die Klebebindung wird vor allem in der Industrie eingesetzt, da man mit ihr eine sehr hohe Maschinengeschwindigkeit erreichen kann. Zudem wird so ein nahtloser Übergang der Produktionsschritte ermöglicht, da der Kleber in kurzer Zeit aushärtet. Deshalb eigner sich diese Bindung vor allem für Taschenbücher.

Wie jede schnelle und günstige Produktionsmethode hat auch diese ihre Nachteile. Je nach Kleber haben viele verklebte Bücher nur eine begrenzte Lebensdauer, da der Kleber mit steigendem Alter brüchig werden kann. Außerdem hält er nicht auf jedem Papier, glattes und gestrichenes Papier nimmt den Kleber beispielsweise zu stark auf.