Logistik & Corona

Wie die Pandemie zum Umdenken anstößt

Ohne Logistik, Export und Import wären die Regale in unseren Läden leer. Alle Länder sind auf den globalen Handel angewiesen. Die Logistik steht dabei besonders im Vordergrund. Dieser Bereich ist für die Planung, Durchführung, Koordination und die Kontrolle der Güterflüsse verantwortlich.

Besonders deutlich wurde das in den letzten Monaten durch die Corona Pandemie. Es gab bei vielen Produkten Engpässe und logistische Probleme aufgrund einer erhöhten Nachfrage. Betroffen waren vor allem haltbare Produkte wie zum Beispiel Toilettenpapier, Mehl oder Dosentomaten.

Die Nachfrage stieg sprunghaft an 

Es gab eine schlagartige Änderung der Nachfrage, denn viele Menschen haben aufgrund von Ängsten auf Vorrat eingekauft. Das stellte die Logistik- und Bestellvorgänge in den Märkten vor besondere Herausforderungen.

Die richtige Menge für die Auslieferung zu finden war plötzlich schwierig. Das bedeutet, die Hauptlager der Supermärkte waren teilweise voll. Die einzelnen Märkte haben allerdings auch nur begrenzt Platz, wenn es um die Lagerung geht. Die automatischen Bestellsysteme, die die Menge anhand der Daten der letzten Monate berechnen, bildeten nun nicht mehr die aktuelle Nachfrage ab.

Import und Export wird überdacht

Neben den nationalen logistischen Herausforderungen, gab es auch im Import und Export Probleme, die es zu lösen galt. Es gab lange Wartezeiten für die LKWs an den Grenzen, Häfen wurden teilweise komplett geschlossen und im Flugfrachtverkehr stiegen die Kosten enorm an.

Die Politik musste feststellen, dass ein erhöhter Import in bestimmten Gütergruppen in Krisenzeiten sich negativ auswirken kann. Medizin- und Pharmaprodukte wurden dadurch knapp und mussten erst importiert werden, da es zu wenig Produzenten dieser Güter in Deutschland gibt. Die globale Pandemie traf allerdings nicht nur Deutschland, deshalb mussten auch die Export-Länder dieser Produkte erst ihren eigenen Bedarf decken.

Die Logistik wurde zum Umdenken gebracht

Die Krise sorgt nach all diesen Problemen jetzt für ein Umdenken in der Logistik und den Unternehmen. In einigen Branchen wird über neue Möglichkeiten für Sicherheitsbestände nachgedacht.

Auch die Sourcing Möglichkeiten werden überdacht und diversifiziert. Viele Unternehmen haben sich nun Zulieferer aus dem Inland gesucht. Dieses Umdenken könnte zu niedrigeren Transportwegen führen oder einem Umlagern von Standorten. Das könnte im Späteren nicht nur die Krisenfestigkeit der Logistik stärken, sondern auch Vorteile für die Umwelt und die deutsche Wirtschaft bedeuten.

Die Krise wird noch lange zu spüren sein

Mittlerweile gibt es überall wieder Toilettenpapier und Dosentomaten. Die meisten Händler haben die Lage wieder im Griff und die Nachfrage hat sich wieder normalisiert. Ein Umdenken wird es trotzdem geben, denn die Händler haben gemerkt, dass ihre Logistikplanung flexibler sein muss. Es muss schneller auf ein neues Kaufverhalten reagiert werden können.

Während die Konsumenten beim Einkaufen nur noch wenig von der Krise mitbekommen, kämpfen deutsche Unternehmen, die im Ausland tätig sind, immer noch mit Problemen in den Lieferketten oder der Logistik. Die Auswirkungen der Corona Pandemie werden die Wirtschaft und den Handel noch lange begleiten.

Die Corona Fallzahlen steigen aktuell wieder, weitere Hamsterkäufe blieben bisher jedoch aus.