Lokaler Einzelhandel

Wie Amazon und Co. den „Tante Emma“-Laden verdrängen


Seit Jahren schon ringen kleine Läden in Innenstädten um Strategien, wie es in Zeiten fortschreitender Digitalisierung weitergehen soll. Seit der Big Player Amazon, der praktisch das gesamte Angebotsspektrum des stationären Einzelhandels (und mehr) abdeckt, auch in Deutschland zum Platzhirsch geworden ist, hat sich diese Sorge nur noch verschärft.

Aber was sind die tatsächlichen Problemfelder, auf denen sich der Einzelhandel vor Ort gegen die Online-Konkurrenz behaupten muss?

Onlinehandel vs. Ladengeschäft – Ein direkter Vergleich

Stellt man die beiden „Modelle“ einander gegenüber, werden die schon bekannten Unterschiede noch deutlicher. Die prominentesten Punkte im Vergleich:

 

Aufwand

 

Sitzen Sie auf der Couch? Sind Sie auf dem Weg ins Büro? Machen Sie gerade Mittagspause? Jeder Zeitpunkt ist zum Shoppen ideal – der Onlinehandel kennt keine Öffnungszeiten. Sie kaufen unabhängig von Zeit und Ort einfach alles ein, was sie gerade möchten. Selbst beim Empfang des Pakets können Sie vielfach schon Tag, Uhrzeit oder alternative Ablegepunkte definieren.

 

Qualität

 

Die Qualität eines Produktes lässt sich online nicht realistisch beurteilen. Hier bleiben nur Rezensionen und Erfahrungsberichte – sofern diese authentisch sind. Im Handel selbst haben Sie als Kunde zumindest die Möglichkeit, das Produkt genauer anzuschauen oder vielleicht sogar zu testen.

 

Preis

 

Ein bestimmtes Produkt erhalten Sie im Handel für einen bestimmten Preis. Wenn Ihnen der Preis nicht passt, dann müssen Sie nach einem neuen Geschäft suchen. Im Internet finden Sie dagegen bestimmte Produkte mit einer einfachen Suche direkt bei vielen verschiedenen Anbietern – hier können sich auch echte Schnäppchen verbergen.

 

Beratung

 

Die individuelle Beratung der Kunden ist vermutlich das schärfste Schwert, das dem Einzelhandel im Wettstreit mit dem Onlinehandel bleibt. Die persönliche Expertise von Verkäufer*innen kann der Onlinehandel (noch) nicht bieten, was gerade für erklärungsbedürftige oder komplexe Produkte von Belang ist.

Digitales Marketing als Rettungsanker?

Fakt bleibt: Der Onlinehandel ist einfach, ortsungebunden und immer verfügbar. Was man nicht will, das schickt man einfach wieder zurück. Im Gegenzug kann der stationäre Einzelhandel zwar (meist) mit einem besseren Beratungsangebot auftrumpfen, das aber gegen den massiven Zugewinn an Komfort beim Online-Shopping einen schweren Stand hat.

Sofern Einzelhändler kein besonderes Alleinstellungsmerkmal für sich und ihr Geschäft beanspruchen können, werden sie nicht umhinkommen, gewisse Vermarktungsstrategien über Online-Kanäle zu adaptieren. Ob das über eine zusätzliche Anbieterplattform, einen eigenen Onlineshop oder über die Verschränkung von digitalem und analogem Einzelhandel geschieht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist jedoch, dass dieser Schritt so bald wie möglich erfolgt.

,