Social Media im Einzelhandel

Warum der stationäre Handel online gerettet werden kann

Im Online Handel gehört Social Media Marketing schon seit einiger Zeit zur gängigen Praxis – und wird stetig weiter professionalisiert. Besonders Unternehmen, die hauptsächlich ihre Produkte über soziale Netzwerke vermarkten und bewerben, haben in diesem Bereich bereits umfassende Erfahrungen gesammelt und wissen genau, wie sie ihre Zielgruppe am besten erreichen.

Auf der anderen Seite steht jedoch vielfach der stationäre (und vielfach analoge) Handel, der sich mit der Adaption von Instagram und Co. noch schwer tut. Den richtigen Ton treffen, die richtige Zielgruppe ansprechen, den richtigen Content produzieren – all das sind echte Herausforderungen für die „ältere Generation“ der Händler.

Schwierigkeiten bei der Verknüpfung von Offline Handel und Online Marketing

Der stationäre Handel versucht sich zwar vielfach an der Umsetzung von Online und Social Media Marketing-Strategien, hat dabei aber mit einer Reihe an Stolpersteinen zu kämpfen:

  • Keine Bekanntheit der Kanäle: Häufig sind die Kanäle der Unternehmen der Zielgruppe völlig unbekannt. Die Social-Media-Kanäle können aber nur dann etwas zum Unternehmenserfolg beitragen, wenn sie auch eine entsprechende Anzahl an Abonnenten haben. Eine mögliche Maßnahme ist hier beispielsweise gezielte Werbung für diese Kanäle, entweder in den Läden oder auch auf Filial-Ebene.
  • Kein passender Content: Nach wie vor produzieren viele Unternehmen Content, der an den Interessen potenzieller Zielgruppen vorbeigeht. Es braucht einen guten Mix aus Vermarktungs-Strategie und authentischer Selbstdarstellung – immer auf Augenhöhe mit der jeweiligen Zielgruppe.
  • Schlechtes Zeitmanagement bei Beiträgen: Welche Beiträge wann auf welcher Plattform ausgespielt werden sollten, ist eine Wissenschaft für sich. Dabei sollte eine gewisse Kontinuität beim Posting gegeben sein, um den (potenziellen) Followern regelmäßig neuen Content zu liefern. Es gilt auch hier: Weniger ist mehr, aber zu wenig ist schlecht.

Wer diese Hürden überwinden kann, entdeckt das volle Potenzial des Social Media Marketings: Kundenbeziehungen können über den Kauf hinaus mit wenig Aufwand gepflegt und sogar weiter gestärkt werden. Gleichzeitig zieht der Kunde auch einen konkreten Mehrwert daraus, dass er dem Account folgt – so ist er immer über Aktionen, neue Produkte oder bestimmte Serviceleistungen auf dem aktuellen Stand.

Online & offline Hand in Hand – Die stationären Start-Ups machen es vor

Wie eine Verknüpfung zwischen Offline- und Online-Handel gut funktionieren kann, zeigen vor allem die kleinen stationären Start-Ups: Unverpackt Läden oder kleine Cafés treffen nicht nur mit ihrem umweltbewussten Auftreten den Nerv der Zeit – sie wissen auch, wie sie sich online vermarkten und dies offline nutzen können. Für die kleinen Läden sind Plattformen wie die Sozialen Netzwerke die perfekte Umgebung, um sich mit geringen Kosten eine möglichst große Bekanntheit und Reichweite zu verschaffen.

Von einfachen Postings bis zu Kampagnen: Social Media bietet viele Möglichkeiten

Die sozialen Netzwerke stellen Unternehmen, die die Plattformen für eigene Marketing-Zwecke nutzen, häufig auch passende Informationen über die Zusammensetzung der Zielgruppe zur Verfügung. So können kleine Unternehmen gezielt lokale Kunden ansprechen, während große Firmen vielfach ganze Marketing-Kampagnen auf Grundlage dieser Informationen aufziehen.

Ob es um die einfache Erklärung eines Produktes mittels eines Webvideos geht oder eine Kooperation mit einem Influencer den Absatz eines Produktes steigern soll – mit der entsprechenden Kreativität kann über die sozialen Netzwerke eine Vielzahl von Marketing-Strategien umgesetzt werden.

Ein Umdenken im stationären Handel ist notwendig

Auf der einen Seite ist ersichtlich, dass das Online Marketing und gerade auch die sozialen Netzwerke vielfältige Potenziale bieten. Auf der anderen Seite ist allerdings genauso offenkundig, dass der stationäre Handel von diesen Möglichkeiten bisher nur geringfügig profitieren konnte.

Diese Erkenntnis macht es erforderlich, dass auch kleine lokale Unternehmen sich stärker als zuvor mit den Marketing-Möglichkeiten der Digitalisierung auseinandersetzen und diese für sich nutzen. Dabei müssen diese vor allem darauf achten, für ihr Unternehmen das passende Modell zu wählen – sei es in Form einer großen Kampagne auf Facebook oder im Rahmen einer Überarbeitung des eigenen Google My Business-Accounts.

Wenn der stationäre Handel diesen Wandel schnell und konsequent vollziehen kann, werden nicht nur die Unternehmen selbst, sondern sogar ganze Innenstädte dadurch erleichtert sein.

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